Jeder weiss es, rauchen ist schädlich für sich selber aber auch für die Mitmenschen. Jedoch finde ich dass die Medien wahre Hetzkampagnen bezüglich dieses Themas betreiben und die Leute aktuell wirklich sehr übersensibilisiert sind. Umso mehr habe ich mich über das Buch/Audiobook "Der letzte Raucher" von Mark Kuntz gefreut welche eine "Ode an de letzen Raucher" darstellt.
"Der letzte Raucher" von Mark Kunz
Kurzbeschreibung (Quelle amazon.de):
Was ein nettes Abendessen unter Freunden werden sollte, entwickelt sich für den Ich-Erzähler und bekennenden Raucher bald zu einem Horrortrip. Der Gastgeber, einstmals ebenfalls Raucher, duldet keinen Zigarettenrauch in seiner Wohnung. Also geht «der letzte Raucher» raus auf den Balkon. Da ist er auch, als sich die fröhliche Runde spontan aufmacht in die nächste Kneipe. Ausgesperrt steht er in der Kälte, raucht und denkt nach über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und darüber, was es heißt, als Raucher einer bedrohten Art anzugehören. Launig und humorvoll schildert Mark Kuntz die magischen Momente im Leben eines Rauchers. Wie es ist, die erste Zigarette zu rauchen, was es mit der Zigarette nach dem Sex auf sich hat und wie man in einer Gesellschaft, die keine Raucher mehr mag, die letzten Refugien findet.
In der erweiterten Ansicht dieses Blogpostings möchte ich einen Auszug aus dem Buch liefern und meine Meinung etwas untermauern.
Der letzte Raucher allein zuhaus bzw. auf des Dirks Balkon. Zu blöd! Dabei hätte er es besser wissen müssen: «Der Dirk gehört zu der Sorte Mensch, die man kennt, ohne zu wissen, warum. Man kann sie nicht leiden, kennt sie aber trotzdem.» Der Dirk ist neuerdings Nichtraucher, nach endlosen Jahren als «tadellos vergilbter Kettenraucher». Wie auch immer, nun steht unser letzter Raucher draußen vor der Tür, frierend, sinnierend, Rauchzeichen paffend.
Es ist 22 Uhr 31 und es gibt nur einen Trost: 28 Zigaretten (und ein paar Flaschen Chateau Margaux, 1997, Crus Bourgeois, die auf dem Balkon lagern). Die Nacht wird lang und unwirtlich, das ist klar. Wer viel Zeit hat, kann viel nachdenken. Über die Karriere als Lustraucher, das Für und Wider des Schmauchens, die Zigaretten davor und die Zigarette danach, nichts als Rauch, blauer Dunst.
Die Nacht vergeht quälend langsam, der Vorrat an Zigaretten geht unerbittlich zur Neige. Gescheiterter Versuch, sich wie ein Orang-Utan vom Balkon im 6. Stock nach unten abzuhangeln. Wie im Fieberwahn Phantasien über gelbe Finger, Raucher- und Nichtraucherhunde, den Straße
Über Rumänien als Exilland sinniert er (keine Raucherzonen!) – und über die komplette Tristesse, als Nikotinjunkie zu den Verdammten dieser Erde zu zählen, wenn eine Schachtel Fluppen (Inhalt: 3! drei! Zigaretten), «auf deren Hülle Fotos von Lungen-OPs und sterbenden Rauchern abgebildet sind», 99,– € kosten wird. (Quelle: lesen-envogue.de)
Nun möchte ich aber noch einmal meine eigene Meinung bezüglich Rauchen und der Rolle davon in der heutigen Gesellschaft äussern: Ich finde als Raucher sollte man durchaus Rücksicht auf seine Umgebung nehmen und z.B. im Restaurant erst nach dem Essen rauchen, jemandem nicht gerade den Rauch ins Gesicht blasen oder wenn man von Freunden eingeladen wird selbstverständlich auf dem Balkon rauchen. Jedoch kann man das Ganze auch etwas übertreiben: Ich finde nicht das ein Raucher ein Unmensch ist, welchem seine Mitmenschen völlig egal sind. Rauchen ist ein Zwiespalt zwischen Genuss und Sucht und ich denke das jeder Raucher versucht seine Mitmenschen nicht unnötig zu belästigen oder zu beieinträchtigen.
Was mich nervt ist das die Medien dieses Thema wirklich pushen wo sie nur können. Die Folge davon? Die Leute sind übersensibilisiert und werden immer intoleranter. Am besten kann ich dies bei der Arbeit im Pausenraum sehen: Die Leute reagieren immer gereizter und es vergeht nahezu kein Tag ohne Anspielung auf dieses Thema.
Doch wie sieht die Realität aus, fühlt sich nicht jeder von etwas belästigt was ein anderer macht und man indirekt die Konsequenzen tragen muss? Mein Lieblingsbeispiel dafür ist das Auto: Es gibt so viele Leute welche sich übers Rauchen aufregen, aber keine 300m mehr laufen und das Auto nehmen. Ich denke jedes Auto verpestet die Luft um ein vielfaches mehr als ein Päcklein Zigaretten. Lustig ist auch das genau die gleichen Leute welche sich so vehement nerven auch oft die sind die in dieser Hinsicht ihr Verhalten für absolut selbstverständlich halten (das Auto nutzen wo es nur geht). Wer sagt das Abgase von Autos die Menschen nicht so direkt betreffen wie Zigaretten irrt. In Italien gibt es einige Städte in welchem die Abgase so schlimm sind was in etwa vergleichbar ist als würde jeder 10 Zigaretten pro tag rauchen.
Sollte ich nun auch so krass reagieren und sagen "ihr zerstört meine Gesundheit ihr Egoisten ich finde Auto fahren gehört verboten"? Nein! Es bedarf einem Gewissen Mass an Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen auch wenn man nicht die gleiche Meinung hat wie das Gegenüber. Toleranz sollte nicht ausgenützt werden und man sollte Rücksicht aufeinander nehmen, dies jedoch nicht so übertreiben das sich jeder nur beschnitten und eingeschränkt fühlt.
Das schlimmste jedoch finde ich die Rolle des Staates: Sie nutzen die Sucht von uns Rauchern aus und erhöhen jedes Jahr die Preise. Dies hat natürlich auch eine gute Wirkung; die Teenies können es sich nicht mehr leisten zu rauche. Jedoch empfinde ich es als eine Doppelmoral etwas so zu verteufeln und gleichzeitig in diesem extremen Mass (durch die Steuern) von der Sucht seiner Bürger zu profitieren. Ich bin überzeugt unsere AHV hätte massive Probleme, wenn wir Raucher nicht wären und fleissig Steuern abliefern würden. Wenn der Staat ja so gut auf uns Raucher verzichten könnte, würde das Rauchen ja sicher illegal werden.
Für mich gibt es in dieser Hinsicht extrem viele Widersprüche, deshalb kann ich nur noch einmal betonen das ich es wichtig finde das man Tolerant ist und sich selber so verhält das man diese Toleranz auch verdient hat.