Ich finde es immer wieder amüsant wie oft Schweizer in Gesprächen sich anti-amerikanisch äussern. Kein Wunder bei der gegenwärtigen Aussenpolitik - meines zweiten Heimatlandes - könnte man denken. Doch wäre es dann nicht genau wichtig, dieselben Fehler nicht selber zu begehen..?!
Doch was hat dies mit den Nationalratswahlen im Jahr 2007 zu tun? Es ist eigentlich ganz simpel: Viele Parteien in der Schweiz, allen voran die SVP setzten dieses Jahr auf einen sehr reisserischen Wahlkampf. Da wurden schwarze Schafe gezeigt, Flugzeuge die in ein Atomkraftwerk stürzen (das war die SP) oder Spiele ins Internet gestellt (auf welche ich explizit nicht verlinke) in welchem man die Grenze gegen Schwarze Schafe verteidigen musste, Linke als Ratten bezeichnet wurden usw.
Eigentlich kennen wir einen solchen Wahlkampf eher von Amerika. Deswegen könnte man ja eigentlich vermuten, das wir das ganze ein weniger objektiver sehen. Doch dies war nicht der Fall, wie die Ergebnisse der Nationalratswahlen deutlich zeigten. Die SVP wurde Wahlsieger
In Diskussionen mit den unterschiedlichsten Leuten bin ich immer wieder auf die gleichen Punkte gestossen: In der Schweiz sind gewisse Gruppen von Ausländern, welche sich nicht anpassen bzw. anpassen wollen, definitiv ein Problem. Das fängt in der Schule an (es gibt Klassen in denen ganze 3 Schüler noch Schweizer sind) und zieht sich bis in die Freizeit, in den Ausgang weiter und jeder der hier lebt, hatte sich schon die einte oder andere Auseinandersetzung mit dieser Gruppe von Ausländern.
Diese Tatsache, ja es ist leider eine Tatsache, hat zur Folge das Vorurteile immer mehr geschürt werden und die Leute immer beginnen, alle Leute dieser Volksgruppe in einen Topf zu schmeissen. Dies nützt die SVP geschickt aus, und reagiert immer wieder sehr aggressiv mit Kampagnen oder Abstimmungsvorlagen auf die Thematik. Die linken Parteien hingegen fahren einen sehr legeren Kurs in dieser Beziehung oder klammern diese Problematik ganz aus.
Meiner Meinung nach hat sich deshalb der Wahlkampf dieses Jahr grundlegend eigentlich nur auf die Frage reduziert: "Sollen kriminelle Ausländer härter bestraft werden oder nicht?". Wer dafür war hat die SVP gewählt, wer dagegen war die SP oder die Grünen.
Man könnte nun argumentieren: Dies aller ergibt doch einen Sinn. Jemand der hier Gast ist soll sich an unsere Gesetze halten und falls er (ja hauptsächlich sind es männliche Ausländer welche Straftaten) dies nicht tut, sollte es verhindert werden, dass er noch mal kriminell wird bzw. sollte es ihm nicht länger erlaubt sein hier zu bleiben.
Ich denke in diesem Punkt sind sich auch alle einig. Was aber oft vergessen wird, ist der Ansatz, mit dem man auf das Problem eingeht. Hilft es wirklich mit reisserischen Kampagnen Streitigkeiten gezielt zu schüren um die eigenen Gesetze durchzubringen? Provoziert dieses Vorgehen nicht noch viel mehr, dass diese Volksgruppe in eine Ecke gedrängt wird und so noch mehr solche Zwischenfälle auftreten? Und natürlich auch: Ist es nicht sehr gefährlich alle Leute dieser Volksgruppe in einen Topf zu werfen, sind da nicht auch Leute darunter welche sich anständig verhalten und es verdient haben hier zu sein?
Wer jetzt auf diese Fragen immer wieder mit ja antwortete, dem wünsche ich wirklich auch mal in der Situation dieser Leute zu sein und so behandelt zu werden. Also mich persönlich würde das ziemlich wütend werden lassen, wenn ich mich in der Schule angestrengt hätte und einfach keine Lehrstelle erhalten würde, da ich einen Nachnamen mit "-itch" drin besitze.
Ich Denke die Lösung kann nie einseitig sein: Natürlich sollten kriminelle - egal ob Ausländer oder nicht - nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Aber es ist wichtig das Problem nicht nur mit Sanktionen zu bekämpfen sondern auch die Ursachen zu erforschen und das Problem bei der Wurzel anzupacken. Zum Beispiel bei der Sprache...
Meiner Meinung nach steht die SVP für eine ziemlich einseitige Politik für die viele nicht wählen würden, wenn Sie sich im Detail damit auseinander gesetzt hätten. Es ist sehr gefährlich nur einseitig zu handeln, da so viele relevante Faktoren unter den Teppich gekehrt werden. Genau so auch bei diesem Wahlkampf. Ging es bei diesem Wahlkampf wirklich nur um unser Ausländerproblem? Absolut nicht, sondern wir wählten Vertreter für uns in den Nationalrat welche unsere Anliegen vertreten. Und unsere Anliegen sind wirklich nicht nur die Probleme mit den Ausländern, sondern eine Vielzahl von einzelnen Punkten, welche gewährleisten dass es unserem Land und somit uns jetzt und in der Zukunft gut geht. Und in dieser Beziehung sind die Ausländer nur ein Punkt von vielen.
Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, sich nicht durch irgendwelche Angstmacher-Kampagnen zu beeinflussen lassen, sondern sich ruhig und besonnen zu überlegen, was wirklich wichtig für unser Land wäre. Es ist verständlich das nicht jeder Zeit hat sich detailliert mit dem Wahlprogramm der einzelnen Parteien oder sogar Kandidaten auseinanderzusetzen, jedoch gibt es für diese Leute auch Internetseiten wie z.B. smartvote.ch auf denen man einen Fragebogen beantworten kann und dann die entsprechenden Kandidaten vorgeschlagen werden, die am ehesten die eigene Überzeugung vertreten.
Für die angesprochene Gruppe von Ausländern hingegen wäre es wichtig, sich untereinander besser zu organisieren, um Leute die ihren Ruf in den Dreck ziehen, zu mässigen und sich aktiv zu integrieren (was nicht heisst das man seine Herkunft verleugnen muss).
[...sich schon die einte oder andere Auseinandersetzung...]... Und leider schaffen es selbst schweizerische Schweizer nicht ein korrektes Deutsch anzuwenden. Anbei ist dir schon klar, dass eine gelungene Werbekampagne es eben versteht zu provozieren und die Gemüter zu erregen? Ich wähle selbst liberal, aber die Kampagne der SVP war, was das Marketing betrifft, erste Sahne. Weiter bin ich ein eingebürgerter "itsch" und hatte weder Probleme mich zu integrieren noch eine Lehrstelle zufinden. Ich stelle es schwer in Frage, dass sich Ausländer untereinander besser organisieren sollten, das ist BS und sicher nicht hilfreich. Ausländergruppierungen gründen schon seit Jahrzehnten Vereine, mit dem einzigen Resultat, dass sie sich eben weniger integrieren und mehr unter sich bleiben.... meine 2ct zum Thema, wohl bekomms.
Erstmal besten Dank für deinen Kommentar zu meinem Blogbeitrag und den Hinweis auf den Fehler welcher sich eingeschlichen hat. Dieser ist nun korrigiert..
Als eingebürgerter "Itsch" erstaunt mich deine Aussage, das du dass Marketing dieser Kampagne wirklich gut fandest. Ganz klar Beachtung hat diese Kampagne gefunden, jedoch zum grössten Teil sehr negative.
Z.B. die Stimmen welche im Ausland dazu zu lesen/hören waren (und das Ausland ist für die Schweiz sehr sehr wichtig), waren extrem negativ (FAZ, NY Times usw...), was meiner Meinung nach verständlich ist. Ich denke nicht dass hier etwas "aufgeblasen" wurde, sondern das die Kritik Berechtigung hatte, da es nicht nur um die wortwörtliche Aussage geht (schwarzes Schaf), sondern dass was zwischen den Zeilen damit gemeint ist (und das weiss jeder der die SVP kennt).
Ausserdem denke ich dass sich gute PR nicht nur über die Menge Aufmerksamkeit welche erreicht wird definiert... Was könnte man dann sonst noch für Kampagnen lancieren?
Es freut mich zu hören dass du keine Probleme hattest deine Ausbildung abzuschliessen. Jedoch ist das eine Tatsache das es für viele "Itsch"-es massiv schwerer ist etwas entsprechendes zu finden, da denke ich stimmst du mir zu...?
Mit "untereinander organisieren" habe ich nicht gemeint sich in Vereinen abzuschotten, sondern Zivilcourage zu besitzen, in den entsprechenden Situationen einzugreifen und so den Ruf des eigenen Volkes zu verbessern.
Als eingebürgerter "Itsch" erstaunt mich deine Aussage, das du dass Marketing dieser Kampagne wirklich gut fandest. Ganz klar Beachtung hat diese Kampagne gefunden, jedoch zum grössten Teil sehr negative.
Z.B. die Stimmen welche im Ausland dazu zu lesen/hören waren (und das Ausland ist für die Schweiz sehr sehr wichtig), waren extrem negativ (FAZ, NY Times usw...), was meiner Meinung nach verständlich ist. Ich denke nicht dass hier etwas "aufgeblasen" wurde, sondern das die Kritik Berechtigung hatte, da es nicht nur um die wortwörtliche Aussage geht (schwarzes Schaf), sondern dass was zwischen den Zeilen damit gemeint ist (und das weiss jeder der die SVP kennt).
Ausserdem denke ich dass sich gute PR nicht nur über die Menge Aufmerksamkeit welche erreicht wird definiert... Was könnte man dann sonst noch für Kampagnen lancieren?
Es freut mich zu hören dass du keine Probleme hattest deine Ausbildung abzuschliessen. Jedoch ist das eine Tatsache das es für viele "Itsch"-es massiv schwerer ist etwas entsprechendes zu finden, da denke ich stimmst du mir zu...?
Mit "untereinander organisieren" habe ich nicht gemeint sich in Vereinen abzuschotten, sondern Zivilcourage zu besitzen, in den entsprechenden Situationen einzugreifen und so den Ruf des eigenen Volkes zu verbessern.